Was wird aus Speiseresten aus der Kantine?
In der Unikantine, im Krankenhaus oder Zuhause. Jeden Tag landen riesige Mengen an Lebensmittelabfällen in der Tonne. Diese Essensreste enthalten aber noch wertvolle Nährstoffe und Energie. Aus Lebensmittelabfällen, die sich nicht vermeiden lassen, werden mit Hilfe moderner Recyclingtechnologien wieder wertvolle Produkte.
Erfahre mehr darüber, wie Speiseabfälle aus der Kantine und aus dem Haushalt sinnvoll in den Kreislauf und schließlich in deinen Alltag zurückkommen.
Die Mensen und Cafeterien der Universität Leipzig legen Wert auf Nachhaltigkeit. Sie bereiten die Mahlzeiten schrittweise zu, sodass stets nur kleine, frische Mengen bereitstehen. Das reduziert Lebensmittelverschwendung. Unvermeidbare Reste gehen an Entsorgungsfirmen. Aus gebrauchtem Speiseöl wird dann Biodiesel, Speisereste zu Biogas und Kompost.1
Die Mensa am Park in Leipzig. Bis zu 6.000 Teller Essen werden hier täglich ausgegeben. Durchschnittlich entsteht dabei ein halber Kubikmeter mit Essensresten.
Kartoffelschalen, Kaffeesatz oder welker Salat. Was nach dem Kochen zuhause übrig bleibt, ist wertvolles "Biogut". Küchenabfälle aus privaten Haushalten machen den größten Anteil des Bioguts in Deutschland aus. Das Biogut ist ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Abfallwirtschaft und Rohstoff für Energie, Dünger und Kompost.
Diese Essensreste aus deinem Haushalt landen als "Biogut" in der Biotonne.
Tonnen Kantinenabfälle fallen jährlich in Deutschland an 2
Tonnen Biogut fallen jährlich in Deutschland an 2
Millionen Tonnen Kompost entstehen aus Biogut 2, 3
Quelle: siehe 4
Während Abfälle aus Großküchen gesetzlich zur Verwertung verpflichtet sind, bleibt in privaten Küchen noch viel Potenzial ungenutzt. Nur rund 63 % der Haushalte in Deutschland sind an die Biotonne angeschlossen.5 Und auch dort landet Biogut oft noch im Restmüll. Einheitliche Sammelsysteme und vor allem bewusstes Trennen zuhause können helfen, mehr Biogut in den Kreislauf zurückzubringen und wertvolle Ressourcen besser zu nutzen.
Beim Recycling geht es darum, aus Altem Neues zu machen. Das gilt auch für Abfälle aus der Küche oder dem Garten. Aus ihnen entsteht Energie, Dünger oder Kompost. Vorausgesetzt, die Abfälle landen sauber getrennt in der Biotonne. Für die eigene Kompostierung könnt ihr einen Wurmturm fürs Beet nutzen, wo Regenwürmer den Job übernehmen. Alternativ gibt es den Bokashi-Eimer, in dem Mikroorganismen Biogut fermentieren. (Tipp: Viele einfache DIYs finden sich online.)
Aber das Wichtigste ist: Trenne Bioabfall richtig, kein Plastik, kein Glas, kein Schnickschnack!
Das darf in die Biotonne:
✔ Obst- und Gemüseschalen
✔ Speisereste (ohne Verpackung)
✔ Kaffeefilter, Kaffeesatz & Teebeutel
✔ Eierschalen
✔ Gartenabfälle (z. B. zerkleinertes Laub, Rasenschnitt)
✔ Papiertüten (wenn ausdrücklich kompostierbar)
✔alte Blumenerde
Quellen: siehe 6, 7
Das darf NICHT in die Biotonne:
✘ Plastik & Verpackungen
✘ Glas, Metall oder Alufolie
✘ Asche
✘ Katzenstreu, tierische Exkremente
✘ Speiseöle, Fette, Frittierfett
✘ Hygieneartikel (z.B. Windeln, Feuchttücher)
✘ Plastikverpackungen, die als kompostierbar gekennzeichnet sind
Quellen: siehe 6, 7
Im Projekt "OptiFood" am Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) werden Methoden entwickelt, um Insektenlarven mit Reststoffen zu füttern. Dafür eignen sich neben Reststoffen aus der Landwirtschaft auch verschiedene Lebensmittelreste. Mehr dazu im Video.
Nicht nur auf unseren Tellern bleiben Reste übrig. Wusstest du, dass in jeder Stadt biologische Reststoffe entstehen? Dazu gehören Laub, Rasenschnitt, verblühte Pflanzen und Äste. Entdecke das Potenzial von Grüngut für den Nährstoff-Kreislauf an der nächsten Station.
Lasst das Neue Rathaus rechts liegen und geht weiter Richtung Südwesten bis zu einem Park, dessen Boden an die Form des Meeres erinnert.