Wohin mit unseren industriellen Reststoffen?
Hier beginnt die Stadttour «KreisLauf». Auf dieser besonderen Wandertour entdeckst du, was in unserem täglichen Abfall drinsteckt. Schau dich einmal genauer um. Du siehst den Beginn der Leipziger Fußgängerzone mit ihren Bäckereien, Cafés, Restaurants und Imbissbuden. Hier kaufen wir uns gerne leckere Kleinigkeiten. Was hinter den Kulissen verborgen bleibt: Bei der Produktion der Lebensmittel fallen Rest- und Abfallstoffe an.
Erfahre mehr darüber, wie biologische Rest- und Abfallstoffe aus der Industrie zurück in den Kreislauf kommen.
Industrielle Reststoffe entstehen bei der Herstellung von Lebensmitteln wie Öl, Milch, Bier oder Fleisch. Beispiele dafür sind Presskuchen und Ölschrot, Molke, Biertreber oder Knochen. Die meisten Reststoffe in Deutschland stammen aus Ölmühlen, wo Speiseöle hergestellt werden. Große Mengen fallen auch bei der Produktion von Zucker oder Mehl an. Statt diese Reststoffe zu entsorgen, werden sie als Rohstoffe für Futtermittel, Dünger, Energie oder Kraftstoffe benutzt. So bleiben diese wertvollen Nebenprodukte im Kreislauf, ganz im Sinne der Zirkularität.1, 2
Biertreber: Reststoff aus der Bierherstellung
Millionen Tonnen industrielle Reststoffe fallen in Deutschland pro Jahr an. 1
der Reststoffe kommen aus der Fleischproduktion 1
der Reststoffe kommen aus der Zuckerproduktion 1
der industriellen Reststoffe kommen aus Ölmühlen. 1
Quellen: siehe 3, 4
Die verschiedenen Rest- und Abfallstoffe werden in der Ressourcendatenbank des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) erfasst. Die Daten sind enthalten detaillierte Informationen zur Verfügbarkeit verschiedener Biomassen in Deutschland. Für den KreisLauf haben wir uns daraus fünf Ressourcen ausgesucht. Zur Website gehts hier entlang: ResDB.
Mehr erfahren!
#Presskuchen und Ölschrot
Die Reststoffe aus Ölmühlen werden zu Tierfutter verarbeitet.
#Melasse
Dient als Futtermittel oder es wird Bioethanol daraus hergestellt.
#Molke Wird zu Sportnahrung, Tierfutter oder Dünger weiterverarbeitet.
#Biertreber Geht in die Futtermittelproduktion oder wird zur Biogaserzeugung genutzt.
#Knochen und Fett
Daraus werden Gelatine, Tierfutter und Biodiesel gewonnen.
#Kaffeesatz
Ist als Biogasquelle, Bodenverbesserer oder für Kosmetikprodukte einsetzbar.
#Altbrot
Findet Verwendung als Futtermittel oder in der Biogasherstellung.
Pilze wachsen auf verschiedenen organischen Reststoffen wie zum Beispiel auf Biertreber oder auf Resten aus der Maisernte. Am Deutschen Biomassenforschungszentrum (DBFZ) in Leipzig wurde untersucht, wie sich daraus Materialien wie Dämmplatten und Verpackungsformteile herstellen lassen. Mehr dazu im Video.
Hast du Lust, selbst aktiv zu werden und Reststoffe zu verwerten? Hier findest du das Rezept für ein Kaffeesatz-Peeling:
4 Esslöffel Kaffeesatz mit 2 Esslöffeln Olivenöl in einer kleinen Schüssel vermengen (optional noch 2 EL Honig dazu). Die Masse gleichmäßig auf der Haut verteilen. 10 – 15 Minuten einwirken lassen und danach abspülen. Sei vorsichtig bei trockener und empfindlicher Haut und spare die Augenpartie aus.
Industrieabfälle wie Biertreber, Ölschrot und Melasse werden umfassend verwertet. Zum Beispiel als Tierfutter, zur Produktion von Biogas oder in neuen, innovativen Verfahren. Auch du produzierst täglich Biomasse-Reste. Wo soll das sein? Genau! Beim Kochen fallen solche Abfälle an. Die nächste Station zeigt dir, wie wichtig dein Mittagessen für Kreisläufe ist.